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Publikationen - Auf Spurensuche in der Normandie

Frankreich, November 2006

Im Rahmen unserer Mitgliedschaft beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Zusammenarbeit mit dem Veteranenverein der ehemaligen 89.US Infanterie Division, die im April 1945 die "REIMAHG" besetzten und die dazugehörigen Lager befreiten, nutzten wir ein verlängertes Wochenende um unsere Recherchen in der Normandie aufzunehmen.

Verabredet mit unseren französischen Freunden, begann unser Normandiebesuch mit einer fachlichen und sehr interessanten Einführung in die Geschichte zur Landung der Alliierten in der Normandie, die auf einer Küstenbreite von 80 km am 6.Juni 1944 begann und am 21.August in Tournai-sur-Dives endete. Das geschichtsträchtige Gebiet dieser Schlacht vermittelt den Eindruck eines großen Freilichtmuseums. An die Kämpfe mit den vielen tausend Opfern erinnern heute neben Gedenkstätten, Museen und Resten der Küstenbefestigungen die deutschen und alliierten Kriegsgräberstätten.

Der US Militärfriedhof bei Colleville-sur Mer ist unser Ziel. Hier ruhen 9.386 Kriegstote, darunter 307 Unbekannte. Der amerikanische Gräberdienst hat hier und in St.James insgesamt 13.796 Gefallene zusammengebettet, wobei ein Grossteil der amerikanischen Kriegstoten in die Heimat überführt wurde. Die Namen von 1.557 Vermissten sind in die Mauer an der Ostseite des halbrunden Denkmals graviert. Hinter manchen Namen ist ein kleiner Messingknopf angebracht, er bezeugt, dass auch heute noch Vermisste ihre Identität zurück erhalten.

Im Archiv der US Militärfriedhofsverwaltung werden wir fündig. Freundlich und hilfsbereit unterstützte man uns bei den Recherchen in den Totenlisten, in denen wir mehrere Gefallene der 89.US Infanterie Division fanden, die auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhe fanden.

Bemerkenswert ist auch eine unscheinbar wirkende viereckige Grabplatte gegenüber vom Archivgebäude, am Wegrand. Die Inschrift sind keine Daten eines Begräbnisses sondern verweisen auf die Hinterlegung von geheimen Papieren zur Landung der Alliierten in der Normandie durch General Eisenhower mit dem Vermerk, dass die Kapsel erst im Juni 2044 geöffnet werden darf.

In der Normandie erhält der Volksbund auch sechs deutsche Kriegsgräberstätten. Diese Anlagen sind beeindruckend und sehr gepflegt. Wir besuchen einige dieser Stätten. In der im September 1963 eingeweihten Kriegsgräberstätte Mont-de-Huisnes fanden wir einen Eintrag im Besucherbuch der all unsere Gedanken zusammenfasste:

"Wenn man all diese Gräber sieht, dann kann man sich nur fragen, warum der Mensch noch nichts gelernt hat."