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Publikationen - Gedenkfeier 2006

Gedenkfeierlichkeiten für die Opfer des ehemaligen Rüstungswerkes "REIMAHG"
04. Mai - 06. Mai 2006

Auch dieses Jahr veranstaltete der Förderverein "Mahn und Gedenkstätte Walpersberg" e.V. (ehem. "Reimahg"-Verein) wieder Gedenkfeiern. Dabei wurde eng mit den Zwangsarbeitervereinen aus Belgien und Italien, den umliegenden Gemeinden und vielen ehrenamtlichen Helfern zusammengearbeitet.

4. Mai 2006

Einweihung des Gedenksteins in Hummelshain

Im Hummelshainer Schloss, dass 1945 zu einem Krankenhaus umfunktioniert wurde, starben viele Zwangsarbeiter an Typhus, Ruhr oder Erschöpfung. Ein Denkmal in Hummelshain erinnert an diese Opfer. Es wurde Mitte der 60iger Jahre aus Steinen des ehemaligen Werkes errichtet und nun, nach Jahren des Verfalls, bedurfte es einer dringenden Restaurierung. Die Gemeinde Hummelshain widmete sich dieser Aufgabe und so konnte am 4.5.2006 das Denkmal von Viktor Plechkewitsch (ehem. russischer Zwangsarbeiter), Valère Braet (ehem. belgischer Zwangsarbeiter) und Maria Schüler (damalige Krankenschwester) feierlich enthüllt werden.
Der Hummelshainer Bürgermeister Manfred Teichmann sprach zu diesem Anlass einige Begrüßungsworte und Pfarrer Michael Schlegel segnete das neue Denkmal. Eine anschließende Kranzniederlegung und ein Sektempfang im Hummelshainer Schloss rundeten die Gedenkfeier ab.

5. Mai 2006

Gedenkfeier am Walpersberg

Unter den über 170 Gästen befanden sich an diesem Freitag Zwangsarbeiter und Angehörige aus Belgien, Italien, Russland, Polen, Frankreich, der Slowakei, Weiß-Russland und den Niederlanden. Des weiteren konnten wir Vertreter der umliegenden Gemeinden, der belgischen Armee sowie den Autor Herrn Dr. K.Müller ("Deckname Lachs") begrüßen.
Der Vorstand der Volksbank Saaletal eG., Schirmherr der diesjährigen Gedenkfeier wurde vertreten durch Herrn Epp und Herrn Demmer. Herr Epp begrüßte die geladenen Gäste und sicherte dem Förderverein seine zukünftige Unterstützung zu. Frau Pastorin Ellen Hoffmann segnete die neuen Gedenktafeln, welche von der Provinz Macerata sowie der amerikanischen und der belgischen Armee gestiftet und feierlich eingeweiht wurden . (Dank an die Firma Eissmann aus Kahla, die die Tafeln im Vorfeld montierte) Es wurden zudem Kränze vom italienischen Staatspräsidenten, dem belgischen Verteidigungsministerium, der slowakischen Botschaft, dem italienischen Generalkonsulat, der französischen Botschaft, den italienischen Schülern aus der Provinz Macerata , der belgischen und italienischen Zwangsarbeitervereinigung sowie vom Förderverein niedergelegt.

Die Tanzgruppe "Sunset" umrahmte das Programm mit einem emotionalen Auftritt. Eine besondere Ehre wurde unseren Vereinsmitglied Patrick Brion zuteil als Paul Baert (Vorsitzender des Vereins der ehemaligen belgischen Zwangsarbeiter) ihm für sein langjähriges Engagement ein Dankesschreiben und ein Geschenk im Namen aller Zwangsarbeiter überreichte.
Danach besuchten viele Gäste eine Ausstellung mit zahlreichen Fundstücken, Bildern und Dokumenten, die die Geschichte der Reimahg veranschaulichten.
Ein Kamerateam der belgische Armee und der MDR nutzten die Gedenkfeier und interviewten viele Zeitzeugen vor Ort.

Für das leibliche Wohl war auch gesorgt und unter einem strahlenden Himmel konnte die Gedenkfeier am Walpersberg abgeschlossen werden.

Gedenkfeier in Kleindembach

Am späten Nachmittag begrüßte die Gemeinde Langenorla, im schönen Saale-Orla-Kreis, die zahlreichen Besucher. Bürgermeister Georg Graven und Landrat Frank Rössner äußerten sich in kurzen Ansprachen anlässlich der Gedenkfeier.
Danach legten Kinder der Grundschule Langenorla, die zuvor einen Vortrag über die "Reimahg" von Patrick Brion lauschten, zusammen mit ehemaligen Zwangsarbeitern aus verschiedenen Nationen, sowie deutschen Zeitzeugen Blumen am Gedenkstein nieder. Dieser Stein erinnert noch heute an ein Zwangsarbeiter-Lager der Reimahg vor Ort. Auf dem Friedhof von Kleindembach wurden weitere Kränze niedergelegt.

Anschließend lud die Gemeinde Kleindembach zum "Fest der Völkerverständigung" ein. Ob Jung oder Alt... viele Bürger der Region sowie die geladenen Gäste verschiedener Nationen und Helfer der Gedenkveranstaltungen trafen sich auf dem Sportplatz zum Gespräch. Hier wartete ein umfangreiches Programm und ausreichende Verpflegung auf sie.
In einem großen Festzelt wurden die Gäste von den Kindern des örtlichen Kindergartens und der 4. Klasse der Grundschule Langenorla mit verschiedenen Aufführungen überrascht.

Außerdem untermalte der Gesangsverein Langenola-Kleindembach und die Oschitzer-Blasmusiker den feucht-fröhlichen Abend musikalisch. Die italienischen Gäste beteiligten sich spontan mit einer eigenen Gesangseinlage.

Zwischendurch gab es Gelegenheit für ein generationsübergreifendes Gruppenfoto mit Zeitzeugen und Kindern aus der Region.
Besonders gefreut haben wir uns, als Bürgermeister Georg Graven dem Förderverein "Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg" e.V. ein Modell des Walpersberges (Stand 1945) im Maßstab 1:220 überreichte, dass von den Eisenbahnfreunden Langenorla e.V. und der Gemeinde Langenorla gestiftet wurde.

6. Mai 2006

Besucher von Reimahg-Außenanlage, Vortrag und Ausstellung

Am Samstagmorgen hatten Besucher die Möglichkeit, die Außenanlagen und die Ausstellung am Walpersberg zu besichtigen. Der Andrang war größer als erwartet. Außerdem konnte man vor Ort an einem Vortrag zur Geschichte des Walpersberges von Rolf Ostendorf, der die Stollen viele Jahre beaufsichtigte, teilnehmen.
Gedenkfeierlichkeiten im Leubengrund

Währendessen fand im Leubengrund die traditionelle Gedenkfeier statt. Jürgen Mascher, der letztmalig als Landrat des Saale-Holzland-Kreises an den Feierlichkeiten teilnahm, sprach sich für ein zukünftige Fortführung der Gedenkfeierlichkeiten aus. Jahr für Jahr nimmt die Zahl der Zwangsarbeiter, die zu den Gedenkfeierlichkeiten anreisen ab. Jedoch wächst die Anteilnahme der jungen Menschen, die die Tradition fortführen und sich an das Verbrechen des Faschismus erinnern werden.

Die Gedenkveranstaltungen wurden auf dem Kahlaer Friedhof, am ehemaligen "Lager E" in Eichenberg und auf dem Hummelshainer Friedhof fortgeführt.
Das vom Förderverein organisierte Mittagessen für die vielen Gäste wurde im Rosengarten eingenommen, wo Gunter Dietrich und sein Team ein ausgezeichnetes Buffet vorbereitet hatte.

Stadt Kahla zeichnete aus

Im Rathaus von Kahla empfang Bürgermeister Bernd Leube die ehemaligen Zwangsarbeiter, deutsche Zeitzeugen sowie viele weitere Gäste. Er überreichte der ehem. Rotkreuz-Krankenschwester Maria Schüler sowie den ehemaligen Zwangsarbeitern Paul Baert (Belgien), Viktor Pleschkewitsch (Weißrussland), Lezek Kosinski (Polen), Wim Pieters (Holland), Furio Gabrielli, (Italien) sowie Herrn Dr.Klaus W. Müller, der als Jugendlicher zur Arbeit am Walpersberg verpflichtet wurde, die Ehrenmedaille sowie Urkunden für besondere Verdienste. Dies ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt Kahla zu vergeben hat.
61 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden mit dieser Tat alle Betroffene, die damals in der "REIMAHG" eingesetzt waren, geehrt. Die Symbolik dieser Anerkennung durch die Stadt zeigt, dass Versöhnung und gemeinsames Gedenken in Europa keine leeren Worte sind.

Balilla Bolognesi (ehem. italienische Zwangsarbeiter) mahnte in einer bewegenden Rede die damaligen Geschehnisse am Walpersberg nicht zu vergessen.

Wir sagen Danke!

An diese Stelle möchte sich der Förderverein Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg e.V nochmals bei allen Gästen und Helfern bedanken, die uns bei der Durchführung der Gedenkfeierlichkeiten unterstützt haben.

Albert Vandael und Frau Karine
André Flahaut, Verteidigungsminister Belgien
André Schattlack und Daniel Weise
André Van Hasebroeck und Frau Karine
Andreas Seime
Bauhof, Stadt Kahla
Belgische Botschaft, Berlin
BIMA, Erfurt
Bürgermeister Bernd Leube und den Stadträten der Stadt Kahla
Bürgermeister Georg Graven, Langenorla
Bürgermeister Jens Hild, Großeutersdorf
Bürgermeister Manfred Teichmann, Hummelshain
Castelnovo ne Monti, Italien
Edeltraut Stapf, Orlamünde
Edi Clijsters, Abgesandter flämische Regierung, Berlin
Eisenbahnfreunde Langenorla e.V.
Den anwesenden Medien von Presse und Fernsehen
Den Gästen aus Belgien, Italien, Polen, Frankreich, der Slowakei, Weiß-Russland und den Niederlanden Deutschen Roten Kreuz, Saale-Holzland-Kreises
Doris Kuschke, Stadtmuseum Kahla
Generalkonsul Ryszard Krol, Leipzig
Generalkonsul Adriano Tedeschi, Leipzig
Getränkemarkt Gügold, Großeutersdorf
Herrn Dietzel, REWE Markt Kahla
Herr Epp und Herr Demme, Vorstand Volksbank Saaletal eG
Jörg Kobs, Gemeinde Grosseutersdorf
Juraj Solcany, Slowakische Botschaft
Gärtnerei Klaus Putsche, Kahla
Gärtnerei Krug, Kahla
Gaststätte Rosengarten, Kahla
Marc, Kurt und Daniel von der belgische Armee für die Aufnahmen
Pastorin Ellen Hoffmann
Pfarramt Kahla
Provinz Macerata, Italien
Ruth und Horst Partschefeld
Schlosserei Eissmann, Kahla
Thibault de Champris, Französische Botschaft
Tony Page

Weitere Informationen zur Gedenkfeier:

>> Presseartikel