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Besuch aus der russischen Botschaft in Berlin: Erinnerung an die Opfer der REIMAHG-Zwangsarbeit

Trotz hochsommerlicher Temperaturen führte der Weg von Frau Gordeeva aus der russischen Botschaft Berlin nach Kahla. Sie ist zuständig für die Betreuung von Grabstätten russischer Kriegsopfer. In der Vergangenheit hatten wir bereits zu dieser Thematik schon öfters Kontakt miteinander. Im Mittelpunkt ihres jetzigen Besuchs standen die historischen Orte der REIMAHG und damit das Gedenken an die zahlreichen Opfer der nationalsozialistischen Zwangsarbeit.

 

Unser erster Anlaufpunkt war der Forstberg mit seiner Gedenkstätte und dem Begräbnisplatz, gelegen oberhalb vom ehemaligen Zwangsarbeiterlager II und III. Von hier gingen die Insassen zur täglichen Arbeit im und am Walpersberg. Der unterirdischen Rüstungsanlage. Der Gedenkstein des Lagers, neben der Straße am Waldrand, erinnert bis heute an die leidvolle Geschichte der Menschen.

 

Die geschichtliche Rundreise führte uns weiter nach Hummelshain. Dort erläuterten wir die besondere Bedeutung des ehemaligen Betriebskrankenhauses der REIMAHG, dessen Geschichte eng mit dem Schicksal vieler Zwangsarbeiter verbunden ist. Auf dem Ehrenhain für die Verstorbenen des Krankenhauses, dokumentiert im ehemaligen restaurierten und hier wieder aufgebauten Eingangsbereich von Baracke IV. Frau Gordeeva war von dieser Dokumentation sehr beeindruckt.

 

Wir fuhren weiter in den Leubengrund mit seinen ehemaligen Lagern und hier zur großen Gedenkstätte, dem zentralen Erinnerungsort für die Opfer der REIMAHG. Hier findet alljährlich die offizielle Gedenkfeier für die Menschen aus zahlreichen europäischen Ländern statt, die zum Bau des Werkes deportiert und hier zur Arbeit eingesetzt wurden.

 

Der Besuch endete im Stadtmuseum Kahla, in der Ausstellung zur Geschichte der REIMAHG. Anhand zahlreicher Originalexponate, Dokumenten, Modellen und Fotografien vermittelt die Ausstellung einen informativ umfassenden Einblick in die Geschichte des unterirdischen Rüstungswerkes, der Zwangsarbeit und der Schicksale der mehr als 12.000 hier eingesetzten Menschen. Die Ausstellung wird kontinuierlich durch den Förderverein „Mahn- und Gedenkstätte Walpersberg e. V.“, Sitz Kahla, wissenschaftlich betreut, restauriert, neuste Erkenntnisse eingebracht und mit neuen Objekten ergänzt.

 

Trotz der enormen Hitze zeigte sich Frau Gordeeva tief beeindruckt von der hier dokumentierten historischen Aufarbeitung und dem Engagement der Verantwortlichen vor Ort. Der Besuch unterstrich die Bedeutung einer lebendigen und gemeinsamen, verbindenten Erinnerungskultur und des internationalen Austauschs zu den Opfer des Nationalsozialismus. Gerade die authentischen Orte und die umfassende Dokumentation im Stadtmuseum leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Geschichte der REIMAHG und ihrer Opfer für kommende Generationen lebendig zu halten.

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Botschaft RU Berlin 2026 (SO, 28. Juni 2026)

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