AKTUELLES

Besuch Ausstellung, Brüssel, 16. Juni

Im Rahmen unserer Unterstützung von Ausstellungsprojekten zum Kriegsende und Zwangsarbeit, besuchten wir die nun neueröffnete Ausstellung zu dieser Thematik im Armeemuseum in Brüssel.

Die von zwei jungen Museumsmitarbeitern erarbeitete Ausstellung war ästhetisch und informativ präsentiert. Neue Gestaltungsideen, Verwendung neuester Beleuchtungstechnik, Farbgebung, Objektauswahl und Texte bildeten eine dezente aber eindringliche Einheit und Botschaft an die Besucher.  

Mit neuen Ideen und Anregungen für die in Vorbereitung befindliche Neugestaltung unserer „REIMAHG“ Ausstellung im Stadtmuseum Kahla beendeten wir nach 2 Stunden den Rundgang.


Eine Reise in die Vergangenheit

Im Rahmen unserer internationalen Vereinsarbeit pflegen wir seit vielen Jahren auch einen engen Kontakt zu den Veteranen der 89. Infanterie Division, die im April 1945 die zur „REIMAHG“ gehörenden Lager befreiten.

Bereits 2010, anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung, kamen Veteranen dieser Einheit und Familienangehörige nach Kahla.

Dieses Jahr, Anfang Juni reiste Erwin Davis, 354. Infanterie Regiment/89. Infanterie Division, in die Normandie wo er zusammen mit seinem Begleiter John Moseley, an den Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag, dem D-Day teilnahm.  Anschließend führte seine Reise über Luxemburg Richtung Deutschland. Er wollte noch einmal in seinem Leben den Weg von 1945 gehen.

Bei seiner Zeitreise überquerte Erwin u.a. den Rhein und die Mosel, besichtigte später das durch seine Einheit befreite KZ Ohrdruf und anschließend Kahla. Über Zwickau ging seine Reise weiter bis Nürnberg, um dann über Frankfurt zurück in die USA zu fliegen.

Erwin, inzwischen 93 Jahre alt, war zusammen mit seinem Zwillingsbruder Ervin, in der gleichen Einheit.  Dies ist sehr ungewöhnlich und bemerkenswert, da beide Brüder während des Krieges auch stets zusammen als Gefechtsteam eingesetzt wurden.  Beide überlebten den Krieg und seine Schrecken. Erwins Bruder Ervin verstarb 2018.

Die Reise von Erwin war von vielen menschlichen Begegnungen und Erinnerungen geprägt. Unser Verein organisierte die Stationen seiner Reise ab Thüringen. Bei seiner Ankunft in Ohrdruf  wurde er sehr herzlich vom Landrat und dem Bürgermeister von Arnstadt begrüßt. Sie bedankten sich mit warmen Worten für seinen Einsatz zur Befreiung von Thüringen und den damit beginnenden, langersehnten Frieden. Es war sehr emotional für Erwin, besonders als er gebeten wurde sich in das Gästebuch der Stadt einzutragen. Für seine Geschichte, seinen wiederholten Weg durch Thüringen, interessierte sich auch die Presse.

Anschließend ging die gemeinsame Reise weiter nach Kahla und in Erinnerung an April 1945, durch den Leubengrund. Im Hotel Linzmühle ließen wir den Tag bei Gesprächen ausklingen. Mit einem niedergelegten Blumengesteck am Gedenkstein gedachten wir am nächsten Tag gemeinsam der Opfer von Lager 7. Es war das Lager, welches er mit seiner Einheit befreite. Um Erwin die Geschichte und Hintergründe der Lager zu erklären, besuchten wir die REIMAHG Ausstellung im Kahlaer Stadtmuseum. Hier wurde er von Bürgermeister Jan Schönfeld herzlich begrüßt und lauschte später sehr interessiert den Erläuterungen zur Geschichte des Werkes und der Menschen. Zur Erinnerung an diesen Besuch überreichten wir Erwin und John die Publikation „REIMAHG-Geschichte in Bildern“, was beide sehr berührte. Bei schönstem Sonnenschein fuhren wir natürlich noch  zur Leuchtenburg.  Sie waren überwältigt und begeistert von der Natur und der majestätischen Burg.

Zusammen mit Erwin und John ging es weiter nach Zwickau, hier erlebte seine Einheit das Ende des Krieg. Auf besonderem Wunsch von Erwin begleiteten wir ihn anschließend nach Nürnberg. Ihn interessierte die Geschichte des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes und der Internationale Militärgerichtshof.

Der Abschied fiel uns allen sehr schwer, sie bedankten sich mit warmen, herzlichen Worten und wir hatten die Gewissheit, dass sich Erwin und John in unserer Begleitung sehr wohlfühlten und diese Reise mit ihren vielen Erinnerungen und heutigen Eindrücken doch genossen haben. 

Wir wünschten beiden eine gute Heimreise, mit der Hoffnung, uns vielleicht 2020 erneut begrüßen zu können, anlässlich des 75. Jahrestag der Befreiung.


Besuch Internationaler Militärgerichtshof  (IMT), Nürnberg

Der Ostbau des Justizpalstes war 1945/46 Schauplatz des ersten vom Internationalen Militärgerichtshof durchgeführten Verfahrens gegen namhafte Vertreter des NS-Regimes.

Bei einem Militärgericht gibt es keine Jury, das Urteil wird hier von Richtern gefällt. Aus Infrastrukturellen Gründen, der Justizpalast war kaum beschädigt, wurde Nürnberg als Gerichtsort festgelegt. Dies verlieh der Stadt der Reichsparteitage und Rassengesetze eine besondere symbolische Bedeutung.

Die Dauerausstellung informiert über die Hintergründe und den Verlauf der Prozesse. Der ehemalige Schwurgerichtssaal 600 ist für Besucher zugänglich. Zu den 24 Hauptkriegsverbrechern die vor dem Tribunal angeklagt wurden gehörte neben Göring auch Sauckel, der im Gegensatz zu Göring die „REIMAHG“ nicht erwähnte und dafür auch nie zur Rechenschaft gezogen wurde.


Informationsbesuch – Ausstellung zur Zwangsarbeit

In Vorbereitung unserer neuen Ausstellung zur Geschichte der Zwangsarbeit besuchten wir die Sonderausstellung „Das Reichsparteitagsgelände im Krieg – Gefangenschaft, Massenmord und Zwangsarbeit“ im Dokumentationszentrum, Nürnberg.

Die Ausstellung präsentiert unter anderem neueste Forschungsergebnisse zur Thematik Zwangsarbeit.  Mit fünf Zeitschritten nähert man sich dem Leben und Leiden in den Lagern. Die Präsentation und der Umgang mit diesem Stück Zeitgeschichte wird eindrucksvoll dokumentiert und mit vielen persönlichen Exponaten und Zeitzeugenberichten hinterlegt.


US Veteran E. Davis ehrt die Opfer von Lager 7, Leubengrund

Letzte Woche begleitete unser Verein den US Veteran Erwin Davis zum Gedenkstein von Lager 7 im Leubengrund. Als Soldat der 89. Infanteriedivision war es dieses Lager, das seine Einheit im April 1945 auf ihren Vormarsch entdeckte. Die Lager der „REIMAHG“ waren bereits evakuiert worden, nur im Lager 7 hat man alle Kranken und Transportunfähigen ihren Schicksal überlassen.

Im Gedenken an diese erschütternde Erinnerung legte Erwin ein Blumengebinde am Gedenkstein nieder.  Die Informationstafel unseres Vereins weckte emotionale Erinnerungen und er erzählte uns seine persönliche Geschichte als er in dieses Lager kam.


Besuch von Danesfield House, Medmenham/England

Juni 2019, im Rahmen unserer Recherchen zur Thematik der Luftaufklärung, in Bezug zur „REIMAHG“, fuhren wir nach Danesfield House bei Medmenham, Buckinghamshire/England.

In dem 1750 erbauten luxuriösen Landschloss, befand sich von 1941 – 1946 die alliierte Luftbildauswertungsstelle (ACIU, Allied Central Interpretation Unit). Hier arbeiteten insgesamt 1.700 Fachleute in verschiedenen Abteilungen an den täglich gelieferten 25.000 Luftaufnahmen, von der Entwicklung bis zur Auswertung und 60.000 Prints.

Bis Kriegsende belief sich der  Gesamtbestand auf 5 Millionen Fotos und 40.000 Auswertungsberichte.

Eine der besten Luftbildaufklärer war Constance Babington Smith. Sie entdeckte nicht nur die Produktion der Me 262 bei Kahla sondern auch die Produktionsstätte der V1 in Peenemünde. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. 

Zu den Bildauswertern gehörte auch Sara Oliver, die Tochter von Winston Churchill.

Das heutige, 1899-1901 im Neo-Tudor Stil umgebaute Schloß ist seit 1991 ein luxuriöses Landhotel mit der Atmosphäre und dem Flair eines altehrwürdigen Herrenhauses. Alle Gebäude die 1941 auf dem Gelände erbaut wurden, sind demontiert und der weitläufige Park existiert wieder in seiner alte Form.

Viele Fotos und eine Gedenktafel erinnern an die spezielle Geschichte dieses Hauses. Auch die freundlichen Angestellten des Hotels geben gern Auskunft und haben ein informatives Faltblatt für Interessenten zur Hand.

Wir hatten die Möglichkeit, die damaligen noch heute existierenden Räumlichkeiten, Einrichtungen sowie das Haus in seiner ganzen Pracht zu besichtigen. Wofür wir uns recht herzlich bedankten.


5. Juni, Besuch im Military Intelligence Museum, Chicksands, Engeland

Wir erhielten von unserem englischen Freund und Veteran Mick Mockford eine Einladung ins Military Intelligence Museum in Chicksands. Im Sicherheitsbereich der englische Armee gelegen, befindet sich dort die umfangreiche Sammlung zur Luftaufklärung der Alliierten im Zweitem Weltkrieg.

Hier interessierte uns speziell die ganze Thematik zur Luftbildaufklärung, Handhabung der umfangreich verwendeten Technik und ganz speziell die Arbeit von Constance Babington-Smith, die am 19. März 1945 u.a. die  Me-262 auf den Walpersberg entdeckte.

Constance (15. Oktober 1912 – 31. Juli 2000) hatte dem Museum einen Großteil ihrer Arbeitsmaterialen, persönliche Gegenstände und die für ihre hervorragende Arbeit erhaltenen Auszeichnungen gestiftet. In über drei Stunden gab uns Mick einen übersichtlichen, tiefgreifenden Einblick über die Arbeit der Luftaufklärung im ll. WK.

Wir bedankten uns am Ende recht herzlich bei unserem langjährigen Freund Mick der mit über 80 Jahren enthusiastisch und kompetent an dieser Sammlung arbeitet sowie den Mitarbeitern des Museum für den herzlichen Empfang.

Webseite Museum


In Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Saale-Holzland-Kreis hat unser Verein eine neue Gedenktafel für Lager 6 im Leubengrund/Kahla angebracht. Seit mehreren Jahren war der alte Gedenkstein verschwunden. Alle Nachforschungen blieben ergebnislos. Wie auch der Eigentümer einer kleinen, kürzlich angebrachten Tafel nicht zu ermitteln war. Da der Text dieser Tafel geschichtlich falsch sowie textlich und vom Schriftbild her nicht dem ehemaligen Original entsprach, ließen wir in Absprache mit dem LRA eine neue Tafel anfertigen.

An dieser Stelle auch unser Dank an die Firma Eißmann/Kahla für das Anbringen der Tafel.